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Kaffee ABC - K steht für Kaldi

Coffee ABC - K is for Kaldi

Wer hat's erfunden? Also, wer hat Kaffee erfunden? Im Gegensatz zu Ricola, waren es sicher nicht die Schweizer - soviel ist klar. Wir sprechen wie immer vom Kaffee... wie hat man es erfunden und was passierte danach?

Kommt mit auf eine kleine Reise durch Mythen, Legenden und Sagen. Und dir wird ein Licht aufgehen, wenn du das nächste Mal eine Ziege in einem Rösterei-Logo siehst oder den einen oder anderen Begriff im Zusammenhang mit Kaffee hörst.

Wie bereits in unserem allerersten Post der Kaffee-ABC Blog Serie thematisiert, stammt die Kaffeepflanze urspünglich aus Äthiopien. Deshalb erstaunt es wenig, dass Kaffee auch dort entdeckt und "erfunden" wurde. Und genau hier treten wir in die Welt der ungesicherten Faktenlage ein, der Sage um Kaldi: Nach einer Legende soll im 9. Jahrhundert ein äthiopischer Ziegenhirte namens Kaldi beobachtet haben, wie seine Ziegen an einem Busch rote Beeren abknabberten und nach dem Verspeisen der Früchte wild und voller Energie umhergetanzt und -gesprungen seien. Fasziniert von diesem Verhalten habe Kaldi diese Beeren selbst probiert und - obwohl sie sehr bitter und nicht wirklich geniessbar waren - die gleiche Energie und Lebhaftigkeit gespürt wie seine Ziegen.

Kaldi habe daraufhin von seiner Entdeckung erzählen wollen und einige dieser Beeren zu einem nahegelegenen Kloster gebracht. Die Mönche teilten aber Kaldis Begeisterung nicht - vielmehr missbilligten sie die Frucht und schrieben ihre Eigenschaften bösen Geistern und Dämonen zu. Um die Beeren zu vernichten, wurden sie in ein Feuer geworfen, worauf sich aber nach kurzer Zeit ein wunderbarer Duft verbreitete, der nicht einfach ignoriert werden konnte. Um den Duft einzufangen, wurden die (verbrennenden) Beeren aus der Glut geholt und mit Wasser übergossen. Das abfliessende Wasser war wohlschmeckend sowie beruhigend - und wischte die Müdigkeit weg und führte zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit. Der Rest ist Geschichte wie man so schön sagt... Auf jeden Fall verbreitete sich das Getränk aufgrund seines guten Geschmacks und seinen wachmachenden Eigenschaften schnell in der Region und etablierte sich über den gesamten arabischen Raum.

Jetzt geht es zurück in die (mehrheitlich) gesicherte Geschichte über die Verbreitung des Kaffees: Dass sich Kaffee in Äthiopien als Kulturgut etablierte, liegt auf der Hand. Es ist bis heute tief im Alltag und bei besonderen Anlässen in der Bevölkerung verankert. Der Kaffee schaffte schnell den Sprung über das Rote Meer, wobei der Hafen von Mokha in Yemen zur Drehscheibe für den Handel wurde - striktes Monopol inklusive.

Die Ausdehnung des Osmanischen Reichs bis nach Europa im 15. und 16, Jahrhundert brachte auch den Kaffee auf unseren Kontinent. Die Osmanen hatten dem Getränk den Namen "qahwah" oder "kahwa" gegeben, das arabische Wort für Wein. Sowohl Kaffee wie Wein haben eine stimulierende und gemütsverändernde Wirkung auf den Körper - und da Alkohol unter islamischem Recht verboten ist, übernahm man das Wort für den Kaffee. Und wie ihr euch vorstellen könnt, ist es von "kahwa" zu "Kaffee" nicht sehr weit.

Spätestens als die Osmanen im späten 16. Jahrhundert Wien besetzten, war Kaffee in Europa angekommen. Es war aber immer noch eine exotische und rare Sache (das osmanisch-yemenitische Monopol auf Kaffee machte es nicht einfach ihn zu bekommen) und es war auch nicht unumstritten: Es gab verschiedene Versuche, Kaffee aus moralischen und politisch motivierten Gründen zu verbieten.

Niederländische Handelsleute sahen derweil eine Lücke im Markt und versuchten, das osmanisch-yemenitische Monopol zu umgehen, indem sie einige Kaffeepflanzen aus Äthiopien schmuggelten und sie auf ihrer Kolonie in Niederländisch-Ostindien - besser bekannt als Java - kultivierten. Der Anbau war ein Erfolg, bis in den späten 1880er Jahren ein starker Befall von Blattrost (einer bis heute verbreiteten Pilzeinfektion von Pflanzen) der Ära vorerst ein Ende setzte.

In der Zwischenzeit hatten auch die Franzosen angefangen, Kaffee anzubauen. Die Niederländer hatten König Ludwig XIV (ein Repräsentant des Haus Bourbon, einem prominenten europäischen Adelsgeschlecht) einen kleinen Kaffeebaum aus ihrer Kolonie in Java geschenkt, welches in den botanischen Gärten von Paris gehegt wurde. Einige Samen dieser Pflanze wurden 1723 nach Martinique in die dortige karibische Kolonie Frankreichs gebracht und erfolgreich kultiviert. Die Portugiesen, welche das heutige Gebiet Brasiliens kolonialisiert hatten, hatten im Jahre 1727 einen Grenzdisput mit Französisch- Guyana zu regeln. Während der diplomatischen Bemühungen soll ein portugiesischer Offizier die Frau des lokalen Gouverneurs bezirzt und ihr ein paar Kaffeesamen (versteckt in einem Blumenstrauss) abgeluchst haben. Dies ebnete den Weg für den enorm erfolgreichen Anbau von Kaffeein Brasilien.

So, wer jetzt den ganzen Post aufmerksam gelesen hat, kann mindestens fünf Kaffee-Bingo-Karten Begriffe nennen. Begriffe, welchen man im Alltag im Zusammenhang mit Kaffee immer wieder antrifft. Kannst du sie aufzählen? Wenn ja, darfst du ganz laut BINGO rufen!